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C3S – eine echte GEMA-Alternative

Das traurige, rote Gesicht im Youtube-Logo kennen viele. Ich kann ein Video, welches zwar auf Youtube geladen ist, nicht sehen. Mist! Doch worum geht es dabei eigentlich genau? Darüber und warum es im Sinne der Vielfalt von Musik und der Freiheit der Musikschaffenden höchste Zeit für eine GEMA-Alternative ist, sprechen wir mit Danny Bruder, einem der Gründer der C3S, der cultural commons collecting society, die seit 2013 als Genossenschaft angemeldet ist und gerade dabei ist, die wichtige Hürde zu nehmen, eine Zulassung beim Deutschen Patent- und Markenamt zu erhalten.

 

Danny, es ist ja eine heroische Aufgabe, die ihr Euch da vorgenommen habt: das jahrzehntelange Monopol der GEMA aufzulockern. Was waren Eure Gründe dafür, eine alternative Verwertungsgesellschaft ins Leben zu rufen?

 

Wir wollen mit der C3S dafür sorgen, dass Musikschaffende einerseits größtmögliche Freiheit haben, über ihre Werke zu verfügen und andererseits eine Verwertungsgesellschaft nutzen können, die sich fair und transparent um die Wahrung ihrer Rechte an diesen Werken kümmert. Bei der GEMA ist es so: Wird man Mitglied, überträgt man immer jeweils für 3 Jahre! die Wahrung der Rechte an seinen Werken an diese, und zwar für alle Werke. Will man z.B. seinen Fans ein Musikstück unter einer Creative Commons Lizenz (s.u.) frei zur Verfügung stellen, darf man das nicht.

Ein weiterer wichtiger Grund ist der, dass von den ca. 68.000 Mitgliedern der GEMA nur ca. 3600 stimmberechtigt sind, abhängig von der Höhe ihrer Tantiemen. Die anderen Mitglieder werden durch Delegierte vertreten. Und diese wenigen stimmen z.B. über die Verteilungsschlüssel der eingenommenen Gelder, die alle betreffen, ab.

 

Wie sieht die Freiheit der Urheber, die sich in Zukunft von der C3S vertreten lassen wollen, denn konkret aus?

 

Bei der C3S als Genossenschaft hat jedes nutzende Mitglied auf der Generalversammlung eine Stimme und kann so gleichberechtigt mit allen anderen Einfluss nehmen. Ausserdem gilt die Mitgliedschaft jeweils nur für ein Jahr und ein Mitgliedsbeitrag wird erst fällig, wenn die Einnahmen aus den eigenen Werken einen bestimmten Sockelbeitrag übersteigen. Bei der GEMA zahlt jedes Mitglied den gleichen Mitgliedsbeitrag.

In den Zeiten digitaler Medien und des Internet haben sich die Verbreitungsmöglichkeiten von Musik erheblich verbessert und sind flexibler geworden. Die C3S wird die Musikschaffenden bei der Nutzung dieser Möglichkeiten bestmöglich unterstützen. Jedes Mitglied wird die Möglichkeit haben, flexibel über jedes einzelne seiner Werke zu entscheiden. Will er oder sie z.B, dass die C3S sich um die Wahrung der Rechte eines bestimmten Musikstückes kümmert, kann er das verfügen. Will er ein anderes Stück zur freien Verfügung ins Netz stellen, kann er das auch. Auch die flexiblen neuen Creative Commons Lizenzen sind so nutzbar, wie es vom Mitglied gewünscht wird.

 

Die C3S erleichtert sozusagen über eine flexible Infrastruktur ihren Mitgliedern und den „Usern“ zusammenzufinden?

 

Genau. Es geht um die Musik, um die Musikschaffenden und um die Nutzer. Die Rolle der C3S ist es, auf transparente Weise und mit so geringen Kosten wie möglich diesen beiden Gruppen zu dienen. Künstler wollen geben und die Nutzer wollen etwas zurück geben. Wir sind davon überzeugt, dass niemand über Verbote oder Abgaben dazu gezwungen werden muss, wenn sie oder er das Gefühl hat, fair und mit Respekt behandelt zu werden, und wenn offensichtlich wird, dass das Gegebene auch wirklich da ankommt, wo es hin soll.

 

Das zeigen ja auch die vielen erfolgreichen Crowdfunding-Kampagnen von Musikern, die darüber z.B. ihre CDs mit Unterstützung ihrer Fans finanzieren können.

 

Ja. Da aber die meisten Musiker nicht die nötige Zeit haben oder investieren wollen, um so eine aufwendige Kampagne zu starten, wird in unserer Entwicklungsabteilung schon fleißig an einer sehr spannenden Software gearbeitet, über die ich hier leider noch nichts verraten darf.

 

Warum ist es so wichtig für Euch, dass möglichst bald viele Musikschaffende Mitglied der C3S werden und was muss man oder frau dafür tun?

 

Um Mitglied zu werden, müssen Musikschaffende mindestens drei Werke mit eigener Beteiligung zur Wahrnehmung bei der C3S registrieren und mindestens einen Genossenschaftsanteil in Höhe von 50€ erwerben. Letzteres ist auch als GEMA-Mitglied möglich. Und zur Frage der Wichtigkeit: Um beim deutschen Patent- und Markenamt eine Zulassung als Verwertungsgesellschaft zu bekommen, müssen wir nachweisen, dass wir ein wirtschaftlich relevantes Repertoire vertreten. Ausserdem müssen wir eine für die Zwecke ausreichende technische Infrastruktur nachweisen.

 

Na dann,viel Erfolg bei Euren nächsten Schritten. Ich danke Dir für das nette Gespräch.

 

www.c3s.cc